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Impuls 1 - 20111

Freut euch?? - Freut euch !!

Kennst du das? Dir geht's grad' nicht so gut und jemand sagt dir: "Zieh' doch nicht so ein langes Gesicht, reiß' dich zusammen - lach' doch mal, freu' dich doch!"
Widersinnig, oder? - Ich kann doch nicht "auf Befehl" meine Stimmung oder allgemeine Gemütslage ändern! Genau so kam's mir vor, als ich die ersten Male über diese immer wiederkehrenden Aufforderungen im Philipperbrief "gestolpert" bin: "Freut euch!"Fast schon penetrant oft liest man diesen Satz dort und Paulus schreibt auch immer wieder über die Freude, die er selbst hat! - "Ja, ja, der hat gut reden", hab' ich mir gedacht, "der erlebt ja immer wieder so tolle Sachen mit Gott und dem geht's halt grad so gut, bei dem strömt die Freude darüber eben nur so über." Aber: bei genauerem Hinsehen fällt mir auf: Er schreibt diesen Brief ja sozusagen aus dem Knast - er ist Gefangener in Rom, weil es ihm so wichtig war, von Jesus weiterzusagen. Gott hat das zugelassen! D.h. er schreibt diesen Brief gar nichtaus einer "bequemen" Lage heraus, die rein äußerlich diese Freude, von der er schreibt, bereits nahe legt. Und: er weiß genau, an wen er da schreibt: Da ist diese kleine, zerbrechliche erste europäische Gemeinde in Philippi, die sich um die Händlerin Lydia (s. Apg.16), einen Gefängnisdirektor mit Familie und ein befreites Sklavenmädchen gebildet hat und die schon seit ihren Anfängen in einer Bedrängnis- und Verfolgungssituation ist. So gesehen haben die von Paulus angeschriebenen Philipper auch keinen direkt ersichtlichen Grund zur Freude! Was bedeutet dann also diese Freude, von der er schreibt und zu der er auffordert?

Im Galaterbrief lesen wir, dass Freude eine Frucht des HeiligenGeistes ist, d.h. ein Wesenszug, den Gott in mir in der engen Verbindung zu ihm wachsen lassen möchte. D.h. so schön alle Ereignisse in meinem Leben sind, über die ich mich "natürlicherweise" freuen kann, Paulus geht es hier gar nicht um äußerliche Dinge, die mich dazu bringen könnten, Freude zu empfinden.

Was könnte denn in meiner Beziehung zu Gott Grund zur Freude sein? Freude hängt ja immer auch mit Dankbarkeit zusammen. Gott erinnert uns an das, was er alles schon für uns getan hat bzw. noch in unserem Leben tun will:

- angefangen bei dem, was wir gerade an Weihnachten gefeiert haben: dass er seinen Sohn in der Krippe so klein hat werden lassen, dass wir Gott überhaupt irgendwie menschlich "begreifen" können.
- dass Jesus uns durch sein Leben und seine Lehren vor Augen "gemalt" hat, wie Gott der Vater ist.
- dass er bereit war, diesen grausamen Tod am Kreuz zu sterben, damit ich von meiner Schuld befreit werden und wieder voller Freude zu Gott kommen kann, weil diese wiederhergestellte Gemeinschaft mit ihm das Wichtigste in meinem Leben ist.
- dass er mir durch seinen Geist die Kraft und das Durchhalten gibt, mit ihm dieses Leben als Christ zu leben und dass er mir treu zur Seite steht, auch wenn er nicht immer auf mich zählen kann.
- dass er mir eine konkrete und "lebendige" Hoffnung schenkt auf das Leben mit ihm in alle Ewigkeit, eben gerade auch über meinen Tod hinaus.
- dass er uns als seinen Kindern Gaben schenkt, damit wir ausgestattet und ausgerüstet sind, anderen in unserem Leben ein Segen zu sein und schließlich:
- dass er selbst in uns lebt (wenn wir ihn lassen) und uns durch die Sehnsucht, die er in uns auslöst, immer wieder in seine Nähe zieht und so die Beziehung zu Ihm lebendig werden lässt.

Gott hat seine Liebe durch seinen Geist in unser Herz "ausgegossen", wie es der Römerbrief an einer Stelle beschreibt, und er selbst bezeugt in uns dadurch immer wieder, dass wir von ihm angenommen und als seine Kinder geliebt sind. Das alles schenkt uns Gott unabhängig von äußeren Umständen, in denen wir leben und von denen wir uns so leicht niederdrücken lassen. DAS also muss der tiefere Grund für diesen Aufruf zur Freude sein!

Wenn du merkst, dass dir diese Freude im Glauben "abhanden" gekommen ist, dann gehe wieder zurück an die Stelle, wo du sie erlebt hast und Gott begegnet bist. - Und wenn du weißt, dass dabei Dinge in deinem Leben "im Weg" stehen, räume sie aus und bringe sie ans Kreuz von Jesus. Er selbst wird dir dabei helfen! Suche Gottes Nähe, immer wieder!>

Er wünscht sich für uns diese Freude, die aus der engen Verbindung mit ihm kommt und die uns schließlich auch "unwiderstehlich" macht für Menschen, die ihn noch nicht kennen! Sie wird unsere Gruppen "anziehend" machen und eure Freunde, die noch keine Christen sind, werden neugierig werden, weil diese Freude nicht zu imitieren oder anderweitig "billig" zu bekommen ist.

Diese Freude im Glauben wünsche ich jedem, der das liest und euch als CJG in diesem neuen Jahr, so wie es in dem bekannten Lied heißt: "Herr Du allein schenkst mir Freude, die von innen kommt, Freude, die mir niemand nimmt, Herr Du machst mein Leben hell mit dem Licht Deiner Liebe!”

“Freut euch in Gott allezeit! Und wieder sage ich: Freut euch!" (Philipperbrief 4,4)

 

Rainer Müller